Zahngesundheit bei Kleinkindern

Kleinkinder Milchzahnpflege und mehr

Wenn alle Milchzähne das sind ...

Junge mit Milchzähnen
Ab etwa zweieinhalb Jahren hat Ihr Kind sämtliche Milchzähne und die wollen auch gepflegt und geschützt sein. Ab diesem Alter sollten Ihre Kinder ihre Zähne selbst putzen. Aber Sie als Eltern müssen noch nachputzen - bis etwa ins achte Lebensjahr.

Im Kleinkindalter können aber auch die ersten Probleme auftauchen, z.B. Karies an den Milchzähnen oder Daumenlutschen. Informieren Sie sich hier über die richtige Zahnpflege bei Kleinkindern und wie wir bei Zahnproblemen helfen können.

Die richtige Zahnpflege bei Kleinkindern

Kinder-Zahnbürste

Spezielle Kinder-Zahnbürste
Die ideale Zahnbürste für Kleinkinder hat einen kleinen abgerundeten Bürstenkopf und einen kurzen Bürstenhals. Damit passt sie gut in den Kindermund und erreicht alle Stellen. Die Borsten sind fein und weich, damit das Putzen als angenehm empfunden wird. Der Griff passt gut in die Hand und hat eine rutschfeste Oberfläche. Sie muss alle zwei Monate durch eine neue ersetzt werden.

Ab etwa vier Jahren kann Ihr Kind auch eine elektrische bzw. Schall-Zahnbürste verwenden.

Kinder-Zahnpasta

Zahnpasta für Kleinkinder
Zahncremes für Kinder dürfen nicht so scharf sein wie Zahnpasten für Erwachsene. Sie enthalten auch weniger Schmirgelstoffe, damit sie den empfindlichen Schmelz der Milchzähne nicht angreifen. Zahnpasten für Kinder bis sechs Jahre dürfen maximal 500 ppm* Fluoride enthalten (0,05 %). Lassen Sie Ihr Kind jeweils morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen eine erbsengroße Menge der Zahnpasta verwenden.
* ppm = Parts per Million, also "Teile pro Million". Mengenangabe für den Fluoridgehalt.

Zahnputztechnik

Demo Zähneputzen beim Zahnarzt
Richtiges Zähneputzen will gelernt sein. Dabei ist wichtig, dass alle Zahnflächen erreicht und von Zahnbelag befreit werden. Nur so sind die Zähne Ihres Kindes langfristig vor Karies geschützt. Je früher ihr Kind also die richtige Zahnpflege lernt, desto besser.

Wir laden Sie deshalb ein: Lassen Sie unsere speziell geschulten Fachkräfte Ihrem Kind die richtige Zahnputztechnik zeigen! Sie sind erfahren im Umgang mit Kindern und vermitteln spielerisch das richtige Zähneputzen.

Prophylaxe in der Zahnarztpraxis

Risiko Milchzahn-Karies

Milchzähne sind wesentlich anfälliger für Karies (Zahnfäule) als die Zähne von Erwachsenen. Das hat mehrere Gründe:

  • Der Zahnschmelz ist nicht so widerstandsfähig gegen Säureangriffe wie der von bleibenden Zähnen.
  • Eine Milchzahn-Karies verläuft wesentlich schneller als eine Karies bei Erwachsenen.
  • Kinder können meist noch nicht so sorgfältig ihre Zähne putzen wie Erwachsene. Dadurch bleiben eher Beläge auf den Zähnen zurück, die das Karies-Risiko erhöhen.

Regelmäßige Prophylaxe

Die beste Vorbeugung gegen Zahnschäden sind laufende Kontrollen in der Zahnartpraxis und die regelmäßige Prophylaxe. Dadurch kann eine eventuelle Karies rechtzeitig entdeckt und behandelt werden. Noch besser ist es aber, wenn sie gar nicht erst entsteht.

Wir empfehlen Ihnen deshalb, mindestens alle sechs Monate (bei hohem Karies-Risiko in kürzeren Abständen) mit Ihrem Kind zu uns in die Praxis zu kommen. Wie wir mit der Prophylaxe die Zähne Ihres Kindes schützen, erfahren Sie jetzt:

Untersuchung

Regelmäßige Untersuchung der Milchzähne
Bei der zahnärztlichen Untersuchung kontrollieren wir nicht nur die Zähne und das Zahnfleisch. Wir prüfen auch, ob die Zahnstellung stimmt. Falls unserer Meinung nach besondere Karies-Schutzmaßnahmen oder eine kieferorthopädische Früh-Behandlung notwendig sind, sprechen wir mit Ihnen darüber.

"Putz-Kontrolle"

Zahnputz-Kontrolle und Anleitung zum richtigen Zähneputzen
Obwohl Sie und Ihr Kind zuhause gut putzen, können noch Beläge auf den Zähnen verblieben sein. Wir kontrollieren deshalb, wo noch Beläge sind und zeigen sie Ihnen und Ihrem Kind. Das soll keine Kritik sein, sondern zeigen, wo noch "Problemzonen" sind, damit Sie und Ihr Kind diese kennen und gezielter putzen können.

Zahnreinigung

Professionelle Zahnreinigung der Milchzähne
Unsere speziell geschulten Fachkräfte entfernen schonend und sanft sämtliche Beläge auf den Zähnen - auch an den Stellen, die zuhause von der Zahnbürste nicht erreicht werden. Anschließend polieren sie die Zahnoberflächen, damit sich nicht so schnell wieder Beläge festsetzen.

Fluoridierung

Fluoridierung zur Härtung des Zahnschmelzes
Nach der Entfernung aller Zahnbeläge überzeiehn wir die Zähne mit einem Fluoridlack. Dieser härtet den Schmelz der Milchzähne und macht sie widerstandsfähiger gegen Säureangriffe. Dieser Schutz vor Karies ist besonders bei Milchzähnen wichtig, da sie anfälliger sind als bleibende Zähne.

Wie Sie Ihrem Kind Zahnschmerzen ersparen

Manche Eltern haben es schon erlebt: Schlaflose Nächte, weil ihr Kind Zahnschmerzen hatte. Das Gefühl der Hilflosigkeit und den Stress beim Zahnarztbesuch.

Woher kommen Zahnschmerzen?

Die häufigste Ursache sind Löcher in den Zähnen (also Karies): Sie führen zur Entzündung des Zahnnervs und das verursacht Schmerzen. Oft entsteht Karies zwischen den Zähnen und verursacht dadurch kleine Lücken. In diese pressen sich Speisereste, die auf das Zahnfleisch drücken. Auch das kann sehr schmerzhaft für Ihr Kind sein. Manchmal ist auch das Zahnfleisch durch eine Verletzung, Bakterien oder Viren entzündet und schmerzt deshalb.

Wie Sie sich und Ihrem Kind das ersparen, erfahren Sie jetzt:
Wie Sie Ihrem Kind Zahnschmerzen ersparen

Gesunde Ernährung

Achten Sie auf eine zahngesunde Ernährung Ihres Kindes mit wenig Zucker und wenig Säuregehalt. Das verhindert die Entstehung von Karies (Zahnfäule) und Schmerzen.

Gute Zahnpflege

Pflegen Sie von Anfang an die Zähne Ihres Kindes, wie wir es Ihnen gerne in der Praxis zeigen. Das verhindert Zahnbelag und reduziert schädliche Bakterien. So hat Karies keine Chance!

Regelmäßige Kontrollen

Bringen Sie Ihr Kind regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen in die Praxis (mindestens halbjährlich). So können wir eventuelle Schäden rechtzeitig entdecken und schlimmere Folgen verhindern.

Prophylaxe nutzen

Lassen Sie Ihr Kind an unserem Prophylaxe-Programm teilnehmen und die Zähne versiegeln. Das sind zwei der besten Vorsorge-Maßnahmen gegen Zahnschmerzen!

Daumenlutschen und seine möglichen Folgen

Babys und Kleinkinder haben ein natürliches Saugbedürfnis und Daumenlutschen hilft ihnen, sich selbst zu beruhigen. In den ersten beiden Lebensjahren ist das völlig normal und unschädlich. Und bei den meisten Kindern lässt das Interesse am Daumen ab ca. drei Jahren von selbst nach.

Wenn Kinder weiterhin am Daumen lutschen oder ihren Schnuller bzw. die Nuckelflasche brauchen, ist das vielleicht ein Hilferuf: Möglicherweise gleicht Ihr Kind einen Mangel an Zuwendung und Zärtlichkeit aus. Oder es hat Stress im Kindergarten, in der Familie oder mit Gleichaltrigen und nutzt das Daumenlutschen zur Entspannung.

Dann sind Sie als Eltern gefragt. Verbieten Sie Ihrem Kind auf keinen Fall das Daumenlutschen, den Schnuller oder die Nuckelflasche. Strafen Sie es auch nicht. Gehen Sie den Ursachen auf den Grund und lösen Sie das Problem positiv.
Daumenlutschen und seine Folgen

Offener Biss

Wenn Daumen, Schnuller oder Nuckelflasche zu oft und zu lange im Mund sind, verformen sich die Kiefer und die Zähne verschieben sich: Das Gaumendach wölbt sich zu stark nach oben. Der Oberkiefer wird schmaler und der Unterkiefer bleibt zu weit hinten.

Die Folge ist ein sog. Offener Biss: Die oberen Schneidezähne stehen zu weit nach vorne ("Hasenzähne") und bei geschlossenem Mund kommen die oberen und die unteren Schneidezähne nicht mehr zusammen. Das kann Probleme beim Abbeißen und Kauen verursachen.

Sprachstörungen

Sprachstörungen äußern sich vor allem als Lispeln. Wenn Sie das bei Ihrem Kind beobachten, sollten Sie einen Termin bei uns in der Praxis vereinbaren. Wir reden mit Ihrem Kind und beraten Sie zu möglichen Maßnahmen.

Oft ist das eine sog. Mundvorhofplatte mit Zungengitter. Eine solche Platte wird ähnlich wie ein Schnuller getragen. Sie verhindert aber das Lutschen und hält die Zunge zurück, damit diese die Schneidezähne nicht noch weiter nach vorne drückt. In vielen Fällen ist auch eine logopädische Behandlung notwendig, damit Ihr Kind das richtige Sprechen lernt.

Mundatmung

Eine weitere Folge des Offenen Bisses ist, dass sich Ihr Kind die Mundatmung angewöhnt. Es atmet nicht mehr durch die Nase. Dadurch gehen zwei wichtige Funktionen der Nasenatmung verloren: Die Filterung und die Befeuchtung der Atemluft.

Durch die schädliche Mundatmung trocknen die Schleimhäute aus. Es kommt zur Vermehrung von Bakterien und Ihr Kind hat möglicherweise häufiger Erkältungen.

Daumenlutschen und Schnullern sanft abgewöhnen

  • Loben Sie Ihr Kind jedes mal, wenn es den Daumen oder Schnuller nicht benutzt.
  • Führen Sie ein abendliches Ritual ein, bei dem Sie Ihr Kind ohne Daumen oder Schnuller in den Schlaf singen.
  • Führen Sie Tagebuch: Für jeden Tag, an dem Ihr Kind Daumen oder Schnuller nicht benutzt, darf es einen Sticker einkleben.
  • Lesen Sie eine passende Gechichte vor: Es gibt mehrere Kinderbücher zum Thema Daumenlutschen.
  • Malen Sie ein Männchen auf den Daumen, das "Angst vor der Dunkelheit im Mund" hat.
  • Tauschen Sie den Schnuller gegen ein Geschenk und machen Sie eine Zeremonie daraus.
  • Rufen Sie die "Schnuller-Fee" an und lassen Sie den Schnuller abholen - gegen Belohnung.
  • In manchen Kindergärten gibt es einen Schnullerbaum, an dem Kinder ihren Schnuller aufhängen und ihn noch eine Zeit lang besuchen können.

Gesunde Kinder-Zähne

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